Velo-City Nantes

Im Juni 2015 habe ich die Österreichische Radlobby bei der Velo-City in Nantes vertreten und präsentierte:

Fahrradparken in Österreich – Chancen und Hindernisse

Unsere gebaute Umwelt – Gebäude als auch die Gestaltung des öffentlichen Raumes – prägt unser Mobilitätsverhalten. Im besten Fall unterstützt sie nachhaltige Mobilität. Gebäude haben eine Lebensdauer von 80 Jahren, Gestaltung von Straßen und öffentlichem Raum sollten mindestens 10 bis 20 Jahre bestehen. Aufgrund dieser langen Zeiträume braucht es schnell, verpflichtende Vorgaben, um den steigenden Radverkehr zu berücksichtigen.

Die Definition und Beschreibung von Vorgaben zum ruhenden Radverkehr ist verstreut, detaillierte Vorgaben eher auf Gemeindeebene angesiedelt. Es fehlen einheitliche Standards – ein Minimum – auf nationaler Ebene. Auch um einen Maßstab für die Vergleichbarkeit zu schaffen und damit Wettbewerb unter den Bundesländern und Gemeinden zu etablieren.

Denn die Städte in Österreich wachsen, der Verkehr wächst mit – welcher es sein wird bestimmt vor allem auch der gebaute Raum.

Parklösungen für ein Meer von Fahrrädern

Autostellplätze sind in Österreich wichtig, Fahrradabstellanlagen weniger: Radfahrer*innen haben oft keine Überdachung oder genügend Schutz vor Diebstahl für ihre Räder.

Die Architektur spielt eine entscheidende Rolle, sie beeinflusst unsere Mobilität. Daher ist es wesentlich die Anforderungen von Fahrradabstellanlagen als wichtigen Bestandteil jeder Fahrrad-Strategie zu berücksichtigen. Wir wollen den öffentlichen Diskurs von der Autozentriertheit hin zu attraktiven und einfach zu bedienenden Fahrradabstellanlagen verschieben und die Qualität des öffentlichen Raums erhöhen.

Unser Ziel als Radlobby Österreich ist es, den aktuellen Prozess der Normierung von Baugesetzen zu nutzen, um bundesweit einheitliche verpflichtende Anforderungen für Fahrradabstellplätze für jedes neue und umgebaute Gebäude zu etablieren und dabei die obligatorischen Autoparkplätze zu reduzieren. Ein verändertes Straßenbild – weg von den dominanten Autoreihen hin zu nutzbarem Freiraum, in dem sich jede*r gerne aufhält – wird die Einstellungen und damit die Gewohnheiten verändern und eine Aufwärtsspirale in eine nachhaltige Zukunft schaffen.

In diesem Workshop werden wir unsere diskursiven Strategien vorstellen und diskutieren, die sowohl die Bewusstseinsbildung bei Entscheidungsträger*innen als auch die Lobbyarbeit für Gesetze umfassen, die zur Entwicklung von nachhaltigen Fahrradabstellanlagen beitragen. Darüber hinaus werden wir Entwickler*innen an ihre Verantwortung erinnern, mehr zu tun, als das Gesetz verlangt, und eine gute Zukunft mitzugestalten, die auf nachhaltige Mobilität für alle setzt.

Wir möchten über die von uns vorgeschlagenen Mindeststandards für die Qualität und Quantität von Fahrradabstellplätzen diskutieren und Feedback erhalten. Unser Ziel ist es, Ratschläge zu geben und eine offene Diskussion mit Lobbygruppen sowie Regierungs- und Stadtbehörden aus anderen Ländern zu fördern.

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