Radgipfel: Kinder befähigen

»Wie können wir aufhören Kinder zu behindern?« fragte ich in meinem Vortrag in der Session »Wie können wir Kinder zum Radfahren motivieren?«, und stellte FreiRad vor. Anfang der Woche fand der 14. Radgipfel in Hohenems statt – ein paar Eindrücke.

Halt! Pass auf! Warte!

Wie oft sagen wir das zu unseren Kindern, Enkel:innen oder Nichten und Neffen? Damit halten wir sie zurück, halten sie davon ab sich frei zu bewegen. Wir wollen sie schützen und nehmen ihnen immer mehr ihren natürlichen Bewegungsdrang.

In der Pecha Kucha Session »Wie wir Kinder zum Radfahren motivieren« war ich eingeladen »FreiRad – Freiwillige Radfahrprüfung für alle Kinder«, stellvertretend für das FreiRad-Team, vorzustellen. Bei FreiRad suchten wir Antworten auf die zentrale Frage »Was können wir jetzt tun, damit mehr junge Menschen im Alltag Radfahren?« Für den Vortrag stellte ich die Frage anders:

Wie können wir aufhören Kinder zu behindern?

Statt sie später, wenn wir ihnen ihren Bewegungsdrang abtrainiert haben, wieder zu motivieren. Ein Perspektivenwechsel von »Kinder haben keine Lust« zu »Kinder brauchen noch Unterstützung um … «. Dies löste Diskussionen aus – wie mir mehrfach zugetragen wurde ;).

Es war der 14. Österreichische Radgipfel, der wieder in Hohenems stattfand – in Vorarlberg wo mit dem 1. Radgipfel alles begann.

Plan B

Wer auf die Hohe Kugel hinauf wandert – ich konnte dieser Verlockung nicht widerstehen – sieht das alles zusammenhängt: Ein großer Siedlungsteppich der sich zwischen den Bergen im Rheintal ausgebreitet hat, vom Bodensee bis nach Feldkirch – ohne sichtbare Grenzen.

So leben es die Bürgermeister:innen auch: Sie arbeiten als plan b-Gemeinden zusammen, parteiübergreifend – und haben Spaß dabei, wie drei Vertreter beim gemeinsamen Vortrag vermittelten.

Gleichermaßen authentisch wie die Sujets aus Vorderwald, wo die Bürgermeister:innen zum Wettbewerb einladen »Match the Bürgermasta« – wer muss da nicht Schmunzeln und wer bekommt da nicht Lust aufs Radfahren? Vorarlbergs Politik zeigt wie viel Freude Einsatz für das Radfahren machen kann, und, schafft(e) die Rahmenbedingungen dafür.

Radexkursion im Rheintal

Am Mittwoch radelte ich mit einer der Exkursionen von Bregenz, beginnend beim 3. Teilabschnitt der Pipeline, über die Fahrrad- und Fußgängerbrücke nach Hard, zum Rhein, weiter nach Lauterach und Wolfurt und über die Bregenzer Ach wieder retour: Die Route führte entlang des Bodenseesradwanderwegs, gerahmt von Bäumen; über aneinandergereihte Fahrradstraßen, denen zumeist Vorrang an Kreuzungen gegeben wurde; über eine neue Brücke entlang der Autobahn und eine alte Brücke, angehängt an eine Autobahnbrücke – Gemeindegrenzen auf der Route nicht spürbar.

Spätestens nach der Radexkursion wunderte niemand mehr die hohe Anzahl an radfahrenden Menschen im Rheintal, in den Plan b-Gemeinden.

Der Radgipfel bot noch soviel mehr – was bleibt ist die großartige Atmosphäre, feiner Austausch, Wiedersehen und Kennenlernen auf einem fein organisierten Radgipfel.

Niederöster:innen laden 2024 zum Radgipfel

Zum Abschluss verkündete Wiebke Unbehaun, vom BMK, wo der 15. Radgipfel stattfindet: Wiener Neustadt lädt im April 2024 dazu ein – bald folgt die Ausschreibung um Beiträge einzureichen.


FreiRad – Freiwillige Radfahrprüfung für alle Kinder

FreiRad ist ein Projekt von Elisabeth Kampel, klarFAKT e.U.; Tadej Brezina & Lisa Gallian, Technische Universität Wien, Institut für Verkehrswissenschaften und Beatrice Stude, stape e.U. URBAN CONSULTING.

Im Auftrag und finanziert durch den österreichischen Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms »Nachhaltige Mobilität in der Praxis«.

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