Recherche zu Radabstellanlagen

Hier probiere ich einmal etwas Neues aus: Ich dokumentiere die Recherche zu Radabstellanlagen. Der Drahtesel – das österreichische Fahrradmagazin hat mich eingeladen einen Artikel darüber für die nächste Ausgabe zu schreiben.

Radabstellanlagen in und bei Wohngebäuden auf Privatgrund

Schnell kam ich zu dem Schluss, dass ich die Community frage! Und bin schon jetzt begeistert von den vielen Rückmeldungen – auch wenn gelungene Beispiel eher Raritäten zu sein scheinen. Da nicht alles in einem Artikel Platz finden wird, hab ich spontan überlegt, die Sammlung hier öffentlich zu machen: Denn die Lösungsvielfalt für den Umgang mit Fahrradparken, als auch die Problemlagen, im Alltag ist groß und oft sehr individuell – dass möchte ich hier sichtbar machen. Vielen herzlichen Dank an alle, die beigetragen haben und der Veröffentlichung hier zugestimmt haben!

Fokus sind Städte in Österreich, die Beiträge aus Budapest – eine Stadt mit vielen Parallelen zu Wien – haben mich sehr gefreut, damit beginnt die Darstellung, da alphabetisch nach Stadt sortiert, ohne Ziehen von Grenzen.

Stadt – Bezirk oder Ortsteil – Siedlung oder Straßenangabe – Baujahr des Wohngebäudes

… wird weiter ergänzt bis Ende Februar 2021 … falls jemand noch weitere Beispiele übermitteln mag …

Budapest – Ferencváros / 9. – Lónyay Utca – 1930

Budapest – Józsefváros / 8. – Gyulai Pál Utca – 1900

Budapest – Óbuda-Békásmegyer / 3. – Polgár Utca – 1900

Budapest – Újbuda / 11. – Tétényi Utca – 1960

„Liebe Bewohner*innen, der neue Fahrradraum ist eröffnet. Bei Bedarf bitte für einen Schlüssel [Telefonnummer] anrufen.“ – “Dear residents, the new bike parking room has been launched. Need for key please indicate on [phone number]“

Budapest – 13. – Visegrádi Utca – 1930

Budapest – 2. – Retek Utca – 1900

Foto von 1942

Feldkirchen bei Graz – Mühlweg – 1993

2019 / 2020 wurden unzureichende Vorderrad-Felgenbügel durch neue Tief-Tief-Bügel ersetzt und weitere Rad-Abstellplätze geschaffen – Eigeninitiative von Bewohner*innen, die die Radbügel auch selbst montiert haben: „Sie sind jetzt sehr gut gefüllt. Vor ein paar Jahren hatten wir immer wieder im Frühjahr nach Ostern, also wenn den Leuten wieder neue Räder geschenkt wurden, Abräumkommandos da, die recht schnell die unzureichend angesperrten Fahrräder eingeladen haben. Wir hoffen, dass das jetzt nicht mehr so einfach geht!“ Es gibt 68 Pkw-Stellplätze in der Anlage, die Radabstellplätze werden noch erweitert, bald gibt es 60.

Linz – Urfahr – Biesenfeld – Ende 1970er

Rund 600 Wohnungen mit einem Fahrradraum pro Haus – leider viel zu klein für die vielen Fahrräder. Thema verschärfte sich, nicht zuletzt weil im Stiegenhaus abgestellte Fahrräder immer wieder von der Feuerpolizei beanstandet wurden. Vor ca. 15 Jahren fanden Hausverwaltung (im Gebäude) und Bewohner*innenverein Lösungen dafür: Stauräume unter Rampen wurden mit Gittern und ausreichend Breite Durchgänge mit Schiebtüren und damit Fahrradräume geschaffen, allerdings ohne Radbügel.

Salzburg – Gneis – 1960er-1990er

Verschiedenes: Fahrradhaus im Garten und überdacht ohne Absperrbügel

Salzburg – Gneis – 2010 & 2020

Doppelhäuser am Stadtrand mit Fahrrad-Platz in der Garage.

Waidhofen an der Ybbs – 1960er

15 Parteien-Haus, Fahrradraum ist nicht ausgelastet. Vor allem der rasche, unproblematische Zugang und trotzdem absperrbar, ist ideal. Zudem ist eine Steckdose vorhanden, um zum Beispiel E-Bikes aufzuladen.

Wien – Brigittenau / 20. – Winarskyhof – Bauperiode 1919-1945

Wien – Döbling / 19. – Dennweg – 1970er

Haus-WG, mit Fahrradgarage und Bike-Port.

Wien – Favoriten / 10. – 1990-92

Da der Fluchtweg von 1,20 Metern Breite eingehalten ist, dürfen die Räder unter der Stiege stehen.

Wien – Favoriten / 10. – Ignaz-Pleyel-Gasse – 1960er

Fahrradhäuser nachträglich zugebaut, inkl. Radbügel zum Ansperren.

Wien – Floridsdorf / 21. – Floridusgasse – 1973

Anfang der 2000-er haben die Eigentümer*innen, als ein Garagenplatz frei wurde, mit einer Unterschriftenliste beschlossen, diesen Platz als Radabstellanlage zu nutzen. Auf die Einkünfte von diesem Garagenplatz verzichtet jetzt die Eigentümergemeinschaft. Um in den Hof zu kommen ist ein Torschlüssel erforderlich. Die alte Felgenklemme ist als Not-Radständer geblieben. Gute Radständer sind jetzt bestellt.

Wien – Floridsdorf / 21. – Schlingerhof – Bauperiode 1919-1945

Wien – Hernals / 17. – Hernalser Hauptstraße – Bauperiode 1848-1918

Fahrradabstellplatz mit Stauraum und Werkstatt auf 140×200 Meter 😉 

Wien – Hernals / 17. – Urbanstraße – 2004

Auf allen Stiegen gibt es Radabstellplätze im Erdgeschoss. Das wird von vielen sehr geschätzt und gern genutzt. Einzige Nachteil: Hängevorrichtungen ohne Absperrmöglichkeit.

Wien – Landstraße / 3. – 1900

Hängeplatz für Carbonrad. Sonst gibt es nur im Keller Platz für Räder.

Wien – Landstraße / 3. – Landstraßer Hauptstraße – 1935

Das Aneignen im Hof wurde bislang noch nicht beanstandet – macht es bunt vor der Tür. Im Fahrradraum ist kein Platz mehr.

Wien – Landstraße / 3. – Rabenhof – 1930

Ehemaliger Durchgang umgenutzt und Radboxen im Hof.

Wien – Leopoldstadt / 2. – Pratercottage – 1900

Im letzten Jahr kam die Überdachung dazu. Daher ist die Radabstellanlage gut nutzbar und gut frequentiert.

Wien – Leopoldstadt / 2. – Vorgartenstraße – 2011

Der Fahrradraum ist viel zu klein für die über 40 Wohnungen auf der Stiege.

Wien – Leopoldstadt / 2. – Vorgartenstraße – 2011

Das Lastenrad passt nicht in den Fahrradraum im Erdgeschoss – siehe oben – und steht im Fahrradraum im Keller: Mühsam, es ums Eck zu heben und durch zwei Türen zu zirkeln, bis man in der Pkw-Garage ist. Es ist das Betriebsfahrzeug meines Nachbarn, ich darf es mir ausleihen. 😉

Wien – Margareten / 5. – Reumannhof – Bauperiode 1919-1945

Früher Waschküche, heute Fahrradraum.

Wien – Mariahilf / 6. – Esterhazygasse – 1888

Hof neu gemacht, viel Platz und viel angenehmer zu nutzen, barrierefrei zugänglich – leider Felgenkiller ohne Möglichkeit zum sicheren Absperren.

Wien – Meidling / 12. – Fröhlichhof – 1928-1929

Wien – Rudolfsheim-Fünfhaus / 15. – Westbahnhof – 2011

Lastenräder am eigenen Pkw-Stellplatz in der Tiefgarage des Genossenschaftsbau abgestellt, da die Fahrradräume meist zu klein oder schwer zu nutzen sind (Lastenrad heben, schwere Feuerschutztüren)

Wien – Währing / 18. – Gürtelnähe – Bauperiode 1848-1918

„Ich hätt schon Möglichkeiten im Haus, da ich einen äußerst netten Vermieter hab, doch ich würde Räder prinzipiell nur in der Wohnung aufbewahren.“

Wien – Wieden / 4. – Paulanergasse – 1899

Im Hinterhof gibt es eine Radabstellfläche mit Überdachung aber nicht für alle Räder und natürlich zu kurz für ein Lastenrad – um zur Straße zu kommen sind zwei Doppelflügeltüren zu durchqueren, dazwischen ist das Lastenrad zweimal ums Eck zu heben.

Zell am See – Limbergsiedling – ca. 2019